Mitten im spannenden Geschäftsleben

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Münchberg - Zum zweiten Mal nach dem Schuljahr 2013/14 beteiligt sich die Textilfachschule Münchberg (TFS) am Projekt "Junior expert - Schüler erleben Wirtschaft". Zehn angehende Betriebswirte haben sich mit Unterstützung ihres Klassenlehrers Florian Wiedemann mit ihrer Geschäftsidee beworben und in Köln vorgestellt: Sie geben eine 80-seitige "Do-it-yourself-Zeitschrift" heraus. "Junior Expert" ist ein Projekt der Deutschen Wirtschaft Köln Junior gGmbH, unterstützt durch SchuleWirtschaft Bayern im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft bei der LfA-Förderbank Bayern.

Das Modell der Münchberger hat Gefallen gefunden, und die TFS gehört nun zu 50 ausgewählten Schulen Bayerns, die sich am Projekt beteiligen. "Es handelt sich fast ausschließlich um Gymnasien, abgesehen von einer Fachakademie und unserer Fachschule", erklärt der Klassenlehrer. Ihm ist es wichtig, seinen Schülern attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten. "Ich möchte, dass die Studierenden handlungsfähig von der Schule gehen. Sie haben jetzt die Möglichkeit, reales und spannendes Geschäftsleben auszuprobieren."

Zur Realität gehört es auch, dass in einem Geschäftsjahr zwei Aktionärsversammlungen stattfinden. Die erste wurde kurz vor Weihnachten einberufen und durch den stellvertretenden Geschäftsführer Max Demann eröffnet. Er hat den aus familiären Gründen verhinderten Geschäftsführer Magnus Suttner vertreten. Demann erklärte der Versammlung, was seit der Firmengründung geschehen ist. Die Mitglieder der Geschäftsführung hätten zunächst an Workshops, entsprechend ihrer Aufgaben, teilgenommen. Um das vorgegebene Startkapital zusammenzubekommen, wurden 90 Aktien zu je zehn Euro aufgelegt und verkauft. Außerdem hat man nach Werbepartnern gesucht, "und wir haben schon zahlreiche gefunden", konnte Demann den Aktionären verkünden. Zudem sei ein Marketingauftritt im Internet eingerichtet worden.

Die "Leiterin der Finanzen", Katharina Steinkamp, stellte das Projekt "Drei plus Zwei" vor. Es bezieht die drei Fächer Bekleidung, Textil und Design an den Textilfachschulen in Münchberg und Naila ein sowie die Bereiche Soziales und Ernährung der Fachakademie Ahornberg. Das Projekt soll auch die Standorte der Schulen dokumentieren, die beiden Textilschulen in Münchberg, die in Naila und die Berufsfachschule in Ahornberg mit der Außenstelle in Naila. Damit wollen sich die Schulen als Einheit präsentieren und ihren Bekanntheitsgrad stärken. Die Geschäftsidee sieht vor, in einer "Do-it-yourself-Zeitschrift" alle Bereiche der Schulen praxisnah durch Produkte vorzustellen, welche die Leser selbst nachbasteln, nachfertigen, nachkochen oder nachweben können.

Beim Thema Ernährung wird es in der Hauptsache um gesunde Gerichte mit Zutaten aus der Region gehen, dazu werden die passenden Rezepte abgedruckt. Zum Thema Weben können sich die Macher vorstellen, einen Plan für einen Webrahmen zum Selberbauen abzudrucken, mit dem dann richtig gewebt werden kann. Außerdem wollen sie die Geschichte und Entwicklung des Weberhandwerks vorstellen. "Wir wollen Geschichten bauen, die mit unseren Schulen verbunden sind", verrät Steinkamp.

Mit Florian Schramm habe man auch schon einen Wirtschaftspaten gefunden. Der Design-Profi, der an der Hochschule im selben Haus Mediendesign studiert, wird das Team beim Layout unterstützen. Die Zeitschriften sollen nach Möglichkeit in der näheren Umgebung gedruckt und dann in Buchhandlungen in der Region und an den Schulen verkauft werden. Bei Druckereien wurden schon erste Angebote eingeholt.

Der Finanzbericht zeigte auf, dass aus dem Aktienverkauf 900 Euro eingenommen wurden, weiter stehen auf der Einnahmenseite bisher 300 Euro für Werbeanzeigen von lokalen und externen Unternehmen.

Dem stehen bisher Ausgaben von 101 Euro für Lohnkosten, Steuern und Abgaben gegenüber, denn wie im richtigen Geschäftsleben wird Lohn bezahlt - wenn der auch mit 50 Cent je Stunde sehr gering ist. Nach Abzügen bleiben 35 Cent übrig.

So geht's weiter

Am 11. März stellt sich "Drei plus Zwei" auf der Juniormesse in Regensburg vor, und am Folgetag findet im eigenen Haus ein Info-Tag statt.

Kurz vor Ende des Schuljahres steht die zweite Hauptversammlung auf dem Plan, bei der über die Verwendung des Gewinns und die Auflösung der Firma entschieden wird.

 

Quelle: FP 02.01.2016 H. Engel

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