Modemix im Stil der Epochen

Von Sandra Hüttner, FP 25.4.16

Zeitgeist und Mode-Ideen von damals und heute mischen 16 angehende Jung-Designer der Bekleidungsfachschule Naila in ihren Modell-Entwürfen. So entstehen aus feinen Stoffen kreative Klassiker, die den Wandel der Zeit vereinen.  

Naila – Kreativität ist in der Modebranche ein Muss. Die prächtigen wie extravaganten, aber auch abstrakten Modelle bieten eine Reise in die Vergangenheit, laden zugleich zum Entdecken von Epochendetails ein. Vor allem aber im Nachgang stellt sich die Frage: Was ist daran Neuzeit? An Schneiderpuppen stellten die angehenden Techniker der Bekleidungsfachschule Naila ihre fantasievollen Entwürfe vor, die jeweils in einem Modell zwei unterschiedliche Stilepochen widerspiegelten. Ein interessanter Mix, und die jungen Leute gaben gern Auskunft, was welcher Stilepoche entspringt und was bei der Aufgabenstellung „verfremden und modernisieren“ unterm Strich steht. Fachoberlehrerin der kreativen Fächer, Verena Wieske-Singer, erklärt die Entstehungsweise der Modelle, die mit der Auswahl der Stilepoche begann mit den Tipps: Weniger ist mehr, der Titel soll Neugier und Gefühle wecken. Es galt, ein Plakat zu entwerfen, das zugleich ausführlich über die Merkmale der Epoche informiert. Während anfangs jeder der 16 angehenden Techniker für sich arbeitete, bildeten sich später Teams, die ihre zwei Stilepochen „zusammenwarfen“. „Es sind tolle Kunstwerke entstanden“, bilanziert die Leiterin des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Münchberg - Ahornberg, Oberstudiendirektorin Monika Nestvogel. Fachoberlehrerin Wieske-Singer unterstreicht, dass sich die Schülerinnen und Schüler weit über den Schultag hinaus mit dem Projekt befassten. „Wir hatten schon lange keine so engagierte Klasse mehr an der Schule“, lobte die Fachoberlehrerin. Das selbstständige Arbeiten einhergehend mit dem Einholen von Informationen zur Umsetzung, sich selbst organisieren, und vor allem auch Teamarbeit stand hinter dem fachübergreifenden Projekt. „Als keine so leichte Aufgabe entpuppte sich das Erstellen eines Arbeitsplanes“, erzählt die Fachoberlehrerin, die von viel investierter Freizeit der Schülerinnen und Schüler weiß, wie auch gegenseitiger Hilfe. „Sie haben für sich gearbeitet, das waren ihre Ideen und das hat man einfach gemerkt.“ Beim Erzählen merkt man die Freude, bei dem Projekt dabei zu sein und sich mit den Aufgaben auseinanderzusetzen. Die Beurteilung, „da steckt Lust und Liebe drin und kein Muss“ von Oberstudiendirektorin Monika Nestvogel unterstreicht das einmal mehr.

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Nicht nur die Fifties neu aufleben lassen Sema Sayilikan, Yvonne Morenz (im Bild) und Katrin Kuhmann. Die beiden Entwürfe spiegeln auch typische Merkmale der Renaissance und des griechischen Stils wider. „Wir haben die typischen Stilmerkmale zusammengeworfen in Kleid und Umhang.“ Viele Skizzen sind der Schnitterstellung vorausgegangen. „Wir haben ganz schön gekämpft, denn was auf dem Blatt gut aussah, war in der Umsetzung mit dem Stoff gar nicht so einfach“, gestehen die drei jungen Damen. Im ausgestellten Kleiderkragen findet sich übrigens die Renaissance wieder, im Rock der Fifties-Style und im Umhang der griechische Stil. „Von der Verarbeitung her ist das Modell grundlegend tragbar.“ Nicht im Bild ist die Dritte im Bunde, Katrin Kuhmann.

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Anja Kaiser (im Bild) nahm die Stilepochen des Rokoko und der 1920er-Jahre als Vorbild für das Modell, das sie gemeinsam mit Ines Rodler entwarf. Auffallend: Goldene Blumen setzen das Kleid in Szene.

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Julia Zettlmeißl und Georg Gilich zeigen eine Kombination aus der Gründerzeit und der 1970er-Jahre: Beeindruckend bei diesem Modell die vielen Tüllblüten, deren Kreation allein viel Zeit erforderten. Die Gestaltung und Umsetzung des „Cul de Paris“ (Pariser Hintern) stellte sich als besonders schwierig heraus.

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