"Kinder, wie die Zeit vergeht"

von W. Grossmann

Symbolische Staffelstabübergabe am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Münchberg-Ahornberg: Nach zwei Jahrzehnten als Schulleiterin verabschiedet sich Monika Nestvogel in den Ruhestand. Ihr bisheriger Stellvertreter Klaus Schröppel übernimmt nun das Ruder. (Foto: S. Hüttner)

 

„Kinder, wie die Zeit vergeht“ – mit diesem Satz verabschiedete sich Monika Nestvogel, Leiterin des Beruflichen Schulzentrums Münchberg-Ahornberg, in den Ruhestand. Nach 21 Jahren in verantwortlicher Position, davon ein Jahr als ständige Stellvertreterin und 20 Jahre als Schulleiterin der Textilschulen in Münchberg und Naila, endete für sie ein prägendes Kapitel. Vor zwölf Jahren kamen die Berufsfachschulen in Ahornberg hinzu – und mit ihnen neue Aufgaben, neue Menschen, neue Verantwortung.

Nestvogel stammt aus Nordrhein-Westfalen und nennt sich selbst augenzwinkernd „neigschlaaft“. Längst aber ist sie in der Region angekommen: Die beeindruckende Landschaft, die Menschen und vor allem ihre große Liebe zu Textil und Bekleidung haben sie hier verwurzelt. 2006 wurde ihr die Leitung der Schulen anvertraut. „Die Aufgaben haben sich verändert, neue kamen hinzu und mit der Verantwortung auch die eine oder andere schlaflose Nacht, die Sorge, wie es weitergeht, und der Zweifel, ob ich die Erwartungen würde erfüllen können“, blickte Nestvogel zurück. Umso größer war ihr Dank an ein Team, das sie über all die Jahre getragen, begleitet und unterstützt habe – ein Team, das ihr immer wieder Mut und Zuversicht gegeben habe. Als eine der größten Herausforderungen ihrer Amtszeit bezeichnete Nestvogel die Coronazeit. Den persönlichen Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern, zwischen den Lehrkräften und zu außerschulischen Partnern trotz Distanzunterricht aufrechtzuerhalten, sei die wichtigste und zugleich schwierigste Aufgabe gewesen. Verlässliche Wegbegleiter fand die Schule in all den Jahren im Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie, in Unternehmen, Kammern und Fördervereinen. Auch dem Landkreis Hof als Sachaufwandsträger galt ihr besonderer Dank: Gemeinsam mit den Hausmeistern habe er dafür gesorgt, dass Schule mehr sein konnte als ein Lernort – ein Lebensraum, in dem sich die Schulfamilie wohlfühlen durfte.

Stellvertretender Landrat Frank Stumpf sagte Nestvogel ein herzliches „Vergelt’s Gott“ für ihre jahrzehntelange Arbeit an vorderster Front. „Sie haben die Schulen mitgeprägt und Verantwortung übernommen“, betonte er. Viele junge Menschen hätten dort ein familiäres schulisches Zuhause auf Zeit gefunden. „Manche schauen auch mal wieder vorbei und sagen Hallo – das ist auch Ihr Verdienst.“

Nestvogel gab den Dank bescheiden an ihr Kollegium weiter. „Sie haben für die gute Atmosphäre in der Schule über all die Jahre gesorgt, denn ich war mehr für die Bürokratie als für die Kreativität zuständig“, sagte sie mit einem Lächeln. Nun freut sie sich auf Zeit für sich und ihre Familie. „Ein schwarzes Loch wird es nicht geben“, versicherte sie lachend.

Ihre Nachfolge tritt Studiendirektor Klaus Schröppel an, bereits seit 2022 der Stellvertreter. Der gelernte Maschinenbauingenieur unterrichtet Betriebspsychologie, Mathematik, Informatik und Maschinenbautechnik. „Ich bin in Wirsberg im Landkreis Kulmbach zu Hause, verheiratet und Vater zweier Kinder“, erzählte Schröppel, der in seiner Freizeit Tennis spielt sowie mit Mountainbike und Rennrad unterwegs ist. Die bewährte Arbeit wolle er fortführen: Es laufe gut, sagte er sinngemäß – und wo etwas gut laufe, brauche es keine überstürzten Veränderungen.

Sandra Hüttner

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